#1 Capsule What? Was ist eine Capsule Wardrobe?

DIY Capsule Wardrobe. Wenige Kleidungsstücke farblich abgestimmt auf Garderobenständer, daneben eine Nähmaschine.

#1 Capsule What? Was ist eine Capsule Wardrobe?

Letzte Woche habe ich dir erzählt, dass ich bereits seit einiger Zeit an meiner DIY Capsule Wardrobe arbeite. Einer… wie bitte?! Bevor wir anfangen uns eine Capsule Wardrobe zu erstellen, bzw. zu nähen, möchte ich dir vorerst einmal kurz erklären, was diese Capsule Wardrobe eigentlich ist und was es damit auf sich hat. Vielleicht kennst du den Begriff schon, vielleicht findest du aber auch noch ein paar neue Sachen.

Capsule Wardrobe – Was ist das?

Kurz gesagt ist eine Capsule Wardrobe eine Garderobe, bestehend aus wenigen Kleidungsstücken, die harmonisch zueinander passen und (fast) alle untereinander kombinierbar sind.

Auch wenn die Idee einer solchen Garderobe nicht neu ist, haben einige noch nicht davon gehört, geschweige denn eine Ahnung davon, wie zum Henker das funktionieren soll. Weniger Kleidung als jetzt, aber dafür nie wieder das Gefühl nichts anzuziehen zu haben?! Klingt gar nicht schlecht – aber auch gar nicht so einfach.

DIY Capsule Wardrobe. Wenige Kleidungsstücke farblich abgestimmt auf Garderobenständer mit Pflanze im Vordergrund.

Das DIY in der DIY Capsule Wardrobe

Eine DIY Capsule Wardrobe beinhaltet eigentlich alles einer klassischen Capsule Wardrobe, allerdings mit dem Hintergrund, dass die Kleidungsstücke und Accessoires selbstgemacht sind.

Grundsätzlich beginnt die Erschaffung einer Capsule Wardrobe mit einer Bestandsaufnahme des Kleiderschranks, einer radikalen Entrümpelaktion und der persönlichen Stilfindung.

Die Erschaffung eines DIY Capsule Wardrobes ist zwar ähnlich, umfasst aber auch noch ein paar andere Punkte.

DIY Capsule Wardrobe. Wenige Kleidungsstücke farblich abgestimmt auf Garderobenständer, davor eine Nähmaschine.

Das Vorgehen

Wenn du deine Garderobe in Zukunft harmonisch und kombinierbar gestalten möchtest, nur noch Teile nähen willst, die ständig tragbar sind und non stop Freude machen, musst du vor allem eines lernen: wählerischer zu sein.

Sei zum Beispiel wählerischer mit den Schnittmustern, die du kaufst. Miss dich vor dem Zuschnitt sorgfältig aus um die richtige Größe zu nähen. Nimm Anpassungen am Schnitt vor. (In einigen, wie z.B. meinen Anleitungen ist immer ein kleiner Teil der Schnittanpassung gewidmet)

Besorge dir Stoffe, die sich gut anfühlen, farblich und vom Stil her in dein Konzept passen und die du nicht nur kaufst, weil sie gerade günstig sind oder gehypt werden.

DIY Capsule Wardrobe. Wenige Kleidungsstücke farblich abgestimmt auf Garderobenständer in Detailaufnahme.

Realität vs. Wunsch

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, so zu handeln, wie oben beschrieben, aber die Realität sieht meist anders aus.

  • Wir kaufen Schnitte und Stoffe, die uns nur halbwegs gefallen, weil sie besonders günstig sind oder gerade gehypt werden.
  • Wir nähen Kleidung (ohne Probestück), die an allen Ecken und Kanten Falten wirft, unbequem ist und nur mittelmäßig aussieht, weil wir uns nicht die Mühe machen, den Schnitt ein klein wenig auf unsere individuellen Körper anzupassen.
  • Wir ärgern uns über verzogene Nähte, weil wir zu faul oder zu ungeduldig sind die Stoffe vorzuwaschen.
  • Wir nähen ohne Plan ein Kleidungsstück nach dem anderen und wundern uns, warum wir trotz des prall gefüllten Schranks nichts anzuziehen haben.
  • Wir nähen und nähen und nähen, nehmen uns aber nicht die Zeit, aus allen Ergebnissen kombinierbare Lieblingsstücke zu machen, indem wir uns vor dem Nähen ein klein wenig Gedanken ums große Ganze machen.

Und warum tun wir das? Weil es auf den ersten Blick einfacher ist.

Es ist leichter und weniger aufwändig, wenn man auf die Schnelle ein schlecht sitzendes Oberteil ohne Anpassungen näht, aus einem günstigen Stoff, der sich nach dem ersten Waschen völlig verzieht, anstatt ein wenig Zeit zu investieren, sich Gedanken um Stoff und Farbe zu machen, den Schnitt anzupassen, ggf. ein Probestück zu nähen, um ein Lieblingsteil zu erschaffen, was einem lange Zeit Freude bereitet. Es ist einfacher, dem Bedürfnis nachzugeben einfach nur zu nähen ohne sich vorher ein wenig Vorbereitungszeit einzuräumen, weil man meint, dass all die vorbereitenden Maßnahmen nur lästig sind und einen von der eigentlichen Leidenschaft des Nähens abhalten.

Aber im Endeffekt mindern all diese Entscheidungen unsere Leidenschaft nur.

Die Leidenschaft zu Nähen noch schöner gestalten

Stell dir einmal vor, du hättest einen Kleiderschrank gefüllt mit Lieblingsstücken, die sich so gut untereinander kombinieren lassen, sodass du mit geschlossenen Augen hineingreifen könntest und immer ein tolles Outfit in der Hand hättest.

Stell dir vor, du wirst nicht mehr gefragt, ob du den Pullover selbstgemacht hast, sondern von welchem Designer dein toller Pullover ist und du mit Stolz sagen kannst, dass du ihn selbst genäht hast.

Vielleicht wirst du dich fragen, was denn dann aus deiner Leidenschaft des Nähens wird, wenn deine Garderobe irgendwann vollständig, wunderbar und untereinander kombinierbar ist, sodass du gar nichts mehr brauchst. Da kann ich dich beruhigen.

Erstens ist nach meiner Erfahrung eine noch so perfekte Capsule Wardrobe selten komplett vollständig, da man sie immer wieder mit ein paar Trendteilen ergänzen kann. Und diese dürfen natürlich genäht oder in anderer Form selbstgemacht werden 😉

Zweitens nutzen sich auch Kleidungsstücke, an denen man lange Freude hat, irgendwann ab, sodass man „nachproduzieren“ kann.

Und drittens ist es meiner Erfahrung nach viel schöner das Nähen als großes Ganzes zu betrachten und die einzelnen vorangehenden Schritte nicht als notwendiges Übel, sondern eher als Erweiterung der Leidenschaft des Nähens zu empfinden und sich weiterzuentwickeln.

Alles auf Anfang

Bevor wir uns in Schnittmuster, Stoffe und Anpassungen stürzen sollten natürlich auch wir, die wir eine selbstgenähte Garderobe kreieren wollen, erst einmal eine Bestandsaufnahme machen. Wir sollten aber nicht überstürzt alles entsorgen, was uns nicht mehr hundertprozentig gefällt oder optimal sitzt, denn wir müssen bedenken, dass nicht nur die Entwicklung einer stimmigen Garderobe ein Prozess ist, sondern auch das Selbermachen einiges an Zeit in Anspruch nimmt.

In den nächsten Wochen beginnen wir also gemeinsam in unsere Schränke zu schauen (ja, auch in die Stoffschränke), wie beginnen uns bewusst zu machen, was wir eigentlich wollen und wir fangen an Kleidungsstücke zu nähen, die uns immer wieder aufs Neue glücklich machen und nicht im Schrank versauern.

Ich entwickle mit dir ein Konzept, wir unterstützen uns gegenseitig in Challenges, lernen neue Stoffe kennen und machen gemeinsam unsere Nähmaschinen unsicher.

Hast du Lust? Ich total!!!

Lass uns nächste Woche mal gemeinsam in unsere Schränke schauen. Sowohl in den Kleiderschrank, als auch in den Stoffschrank. Natürlich nacheinander, wir wollen uns ja nicht gleich überfordern!

Willst du dich mit Gleichgesinnten vernetzen und austauschen? Komm in unsere Facebook-Gruppe DIY Capsule Wardrobe nähen.

Willst du mehr Input zum Capsule Wardrobe?

Verlinkt bei

Sew La La!

Du für dich am Donnerstag

Folge mir auf Instagram und wirf einen Blick hinter die Kulissen!
18 Kommentare
  • 16. Februar 2019

    Vielen Dank für deinen tollen Artikel. Es macht Spaß dich zu lesen, weil du einen sehr schönen, lockeren und flüssigen Schreibstil hast. Ich freue mich auf die “gemeinsame” Schrankinspektion und das Entwickeln und Erstellen einer neuen Garderobe. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Silke

  • Denise
    Antworten
    13. Januar 2019

    Inspiriert und motiviert kann ich es kaum erwarten loszulegen! In der Theorie hab ich mich nun auch schon eine Weile mit dem Thema beschäftigt, deine Challenge kommt also wir gerufen! Ich freu mich sehr darauf und bin gespannt!
    Viele Grüße, Denise

  • 13. Januar 2019

    Hallo Henrike,
    ich finde deinen Beitrag ganz toll und ebenso etwas amüsant, dass ich ihn gerade jetzt lese, weil er mich genau an dem Punkt abholt wo ich gerade bin.
    Habe das letzte halbe Jahr genau das bei mir festgestellt von dem du geschrieben hast. Seit zwei Wochen bin ich nun dabei auszusortieren und meine eigene Capsule Warderobe zu planen. Ganz besonders spannend finde ich es, dass mir beim langsameren Nähen sogar Arbeitsschritte wie das Zuschneiden Spaß machen, was ich sonst als als sehr lästig empfinde.
    Ich wünsche dir bei diesem Prozess viel Erfolg. 😊
    Liebe Grüße,
    Sarah

  • 11. Januar 2019

    Hallo Henrike, toll geschrieben und ich freue mich riesig auf die Challange! Sie kommt für mich wie gerufen. In meinem Kleiderschrank befinden sich einige Kleidungsstücke, die ich gefühlt schon immer habe und die ich nie aussortieren konnte. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass ich kaum Kleidung habe, die sich sowohl für Alltag als auch für förmliche Anlässe (Präsentationen, Jobinterviews nach meiner Studienzeit etc.) eignen. Das ändert sich dieses Jahr hoffentlich. Ich freu mich auf deine Tipps und hoffe, dass wir gemeinsam etwas mehr Ordnung in meinen Kleiderschrank bringen.

  • Susanne
    Antworten
    11. Januar 2019

    Sehr schön geschrieben, liebe Henrike. Ich bin dabei und schon gespannt, wie es wietergeht. Mein e Stoffvorräte werden eh gerade inspiziert und neu sortiert. Alles Liebe, Susanne

  • 11. Januar 2019

    Das wird ja superspannend! Ich beschäftige mich auch schon seit einigen Monaten mit dem Thema und du hast es hier sehr schön auf den Punkt gebracht 😉 Das Thema Stoffschrank wird dann meins, mit dem Schrank habe ich mich tatsächlich schon befasst..
    Liebe Grüße Manuela

  • Dragana Behncke
    Antworten
    11. Januar 2019

    Liebe Hiltrud,
    eine großartige Idee! Das ist genau mein Thema, weniger ist mehr, Qualität ganz wichtig! Ich bin dabei und freue mich riesig! Liebe Grüße aus Hamburg, Dragana

  • STEFFI
    Antworten
    10. Januar 2019

    Oh. Das klingt ja spannend. Deine Einleitung kann ich nur unterschreiben, genau so ist es bei mir. Ich finde viele Kleidungsstücke an anderen super toll, bei mir sehen die dann grauenhaft aus. Ich hab sehr viele Schnitte, aber keinen, der richtig gut passt. Ich werde auf jeden Fall interessiert mitlesen und vielleicht schon das eine oder andere umsetzen. Allerdings bin ich keine sehr geübte Nöherin aber was nicht ust, kann ha noch werden!

    LG Steffi

  • Claudia
    Antworten
    10. Januar 2019

    Ich freu mich riesig auf diese Herausforderung 😉

  • 10. Januar 2019

    Schön geschrieben, ich bin gespannt was da kommt und ob es auch irgendwie auf mein Faible zu bunten Farben anwendbar ist 😉 Liebe Grüße, Ina

Hinterlasse einen Kommentar