Anpassung für eine große Oberweite

Viele Schnittmuster sind ohne Abnäher kons­truiert und sitzen bis zu einem C-Körbchen meist sehr gut.

Da bei einem größeren Busen die Passform im Vordergrund stehen sollte, zeige ich dir, wie du einen Abnäher in dein Schnittteil einbringen kannst.

Pause dafür dein Schnittteil zunächst komplett ab.

 

Dann brauchst du folgende Maße:

  • Brustumfang (breiteste Stelle um Brust & Rücken)
  • Oberbrustumfang (Umfang oberhalb der Brust / Brustkorb „ohne“ Busen)
  • Brusthöhe (von der Schulter am Halsansatz bis zum Brustpunkt)

Um herauszufinden, um wieviel du das Schnittmuster verbreitern musst, verwende folgende Formel:

(Brustumfang – Oberbrustumfang – 5 cm) / 2

Brustabnäher konstruieren

Zeichne nun auf dem vorderen Schnittteil eine senkrechte Linie parallel zur vorderen Mitte ein. Die Linie geht von der Schulter durch den Brustpunkt bis zur Taille.

Markiere am Armloch das Ende des unteren Drittels. Die Linie zur Seitennaht steht dabei etwa im 80°-Winkel (bzw. 100°-Winkel, je nachdem, von welcher Seite schaut) zur parallelen Linie der vorderen Mitte, welche durch den Brustpunkt geht.

Schiebe das Schnittmuster um die benötigte Weite auf. Die zur vorderen Mitte parallele Linie muss dabei parallel bleiben. Die Scharniere bleiben dabei geschlossen.

Schneide dann das Schnittmuster an den gekennzeichneten Linien bis kurz vor die Kanten auf. Der Schnitt erhält an den hier rot markierten Punkten eine Art „Scharnier“.

Gib in der Länge etwas dazu, damit du den verlängerten Weg über die Brust ausgleichst.

Anschließend kannst du die „Leerräume“ auffüllen, indem du entweder ein wenig Papier dahinter klebst oder den Schnitt noch einmal neu abzeichnest. Denke in jedem Fall daran, immer alle Markierungen zu übertragen.

Mit einem seitlichen Brustabnäher verändert sich die Länge der Seitennaht nicht, sodass das Vorderteil nach wie vor an das Rückteil passt. Wie dir bestimmt aufgefallen ist, gibt es bei seitlichen Brustabnähern immer ein „Dach“, das seitlich heraussteht. Dies ist wichtig, damit die Faltung nachher genau übereinander passt und es dir nicht an Stoff fehlt. In deinem nun angepassten Schnitt kannst du es einfügen, indem du die Schnittteile so zusammenfaltest, wie du den Abnäher nähen würdest, und an der Seitennaht das überschüssige Papier wegschneidest.

An der Armlochgröße hat sich übrigens nichts verändert.

4 Idee über “Brustabnäher konstruieren

  1. Gabriele Ramerstorfer sagt:

    Hallo
    Wenn ich laut Mass die Größe 46 wegen der Oberweite brauche aber bei der Taille die Größe 48 und bei der Hüfte die Größe 50 oder 52 brauche, wie gehe ich da vor?

    • Henrike sagt:

      Hallo liebe Gabi,
      grundsätzlich kannst du Mehrgrößen-Schnittmuster meist mit Zwischengrößen anpassen. Das heißt, du markierst dir die entsprechenden Punkte auf dem Schnitt und verbindest die Linien der unterschiedlichen Größen miteinander. Achte dabei darauf, dass du die Linien immer schön ausrundest, also dass keine spitzen Ecken entstehen.
      Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte.
      Liebe Grüße,
      Henrike

  2. Carola sagt:

    Hallo,
    Du hast nun eine FBA gemacht, soweit so gut. Was aber mache ich, wenn nun das gesamte Oberteil in der Weite, vornehmlich in der Taille viel zu weit ist? Nur weil ich etwas mehr Platz obenrum benötige, brauche ich die Mehrweite ja nicht untenrum.
    Wäre sehr dankbar für Info 😉

    • Henrike sagt:

      Hallo liebe Carola,
      wenn dir durch die FBA das Oberteil in der Taille zu weit ist, kannst du dort natürlich die Mehrweite wieder herausnehmen 🙂 Beachte aber, dass dies bei nicht dehnbaren Stoffen aber zur Folge haben könnte, dass du ggf. einen Reißverschluss o.ä. mit einarbeiten musst, da sich das Kleidungsstück ggf. nicht mehr so einfach über den Kopf bzw. über die Brust ziehen lässt. Ich hoffe, ich konnte helfen 🙂
      Liebe Grüße,
      Henrike

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