Rock nähen ohne Schnittmuster

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Rock nähen ohne Schnittmuster

Dass mein Outfit für die Hochzeit lieber Freunde so ein Auf und Ab der Gefühle werden würde, hätte ich nicht erwartet. Das Gute ist: Für euch springt eine kleine Anleitung heraus, die zeigt, wie ich in Windeseile einen schicken Rock ohne Schnittmuster genäht habe.

Aber zurück auf Anfang. Schon lange hing die Einladung zur Hochzeit lieber Freunde bei uns am Whiteboard, so langsam kam der Termin näher und ich fing an mir Gedanken zu meinem Outfit zu machen. Da der Dresscode irgendetwas zwischen leger und chic sein sollte, kam mein bodenlanges Chiffonkleid eher weniger infrage. Der weiße Tüllrock war aufgrund seiner Farbe leider auch raus. Aber ein Tüllrock an sich klang schonmal gut… Dazu ein Top und ich würde chic leger gekleidet sein.

Stoff online bestellen ist immer so eine Sache…

Ich bestellte mir also Tüll in passender Farbe. Was ich beim Online Shoppen nicht bedacht hatte, war, dass Tüll manchmal extrem steif ist, und deshalb keinen schönen Fall mit sich bringt. Als ich das Paket öffnete, schlichen sich schon leichte Zweifel ein, der Optimismus war aber groß genug, sich mit dem Nähen bis einen Tag vor der anstehenden Hochzeit Zeit zu lassen. Großer Fehler!

Mit dem fertigen Tüllrock fühlte ich mich wie ein etwas zu groß geratenes Bonbon. Da das Brautpaar kurzfristig gefragt hatte, ob ich die Hochzeit nicht fotografisch begleiten könne, stand ich aber mit diesem Tüllrock noch vor ganz anderen Herausforderungen. Wie zum Henker hätte ich mich damit leise und umpliziert bewegen können um bei der Hochzeit unbemerkt ein paar Fotos zu schießen…

Nachdem der Rock also fertig war überlegte ich krampfhaft, was ich stattdessen anziehen könne… Natürlich (!) hatte ich nichts im Schrank, mit dem ich mich zufriedengestellt hätte.

Also schlief ich eine Nacht drüber.

Aber auch am nächsten Tag saß der Rock selbstverständlich nicht weniger bonbonhaft und auffällig.

Erstmal frühstücken – vielleicht kommt die zündende Idee ja noch…

Langsam wurde es zeitlich etwas eng, aber da fiel mir der Scuba ein, der exakt den mint Ton hatte wie Schuhe und der Aquarellstoff des Tops.

Ein Blick auf die Uhr: In einer Stunde müssen wir los.

Okay – Challenge accepted!

Manchmal ist Schnittmusterkonstruktion überbewertet, da muss es einfach schnell gehen. In kurzer Zusammenfassung heißt dies: Stoffbahn zusammennähen, Beinschlitz lassen, Abnäher und offene Kellerfalten rein, mit Gummizug säumen, und ab ins Auto.

Etwas detaillierter hab ich euch die einzelnen Schritte einmal aufgezeichnet, damit ihr auch einen Rock ohne Schnittmuster nähen könnt.

Nähanleitung

1) Als erstes wird der Stoff in voller Breite zu einem Ring geschlossen. Da man Scuba nicht versäubern muss, ging dies sehr schnell mit einem einfachen Geradstich. Bei anderen Stoffen würde ich die Kanten erst versäubern und dann mit einer Nahtzugabe von ca. 4 cm zusammennähen.

2) Ich habe unten einen ca. 15 cm hohen Schlitz gelassen, damit noch etwas mehr Beinfreiheit gegeben ist. Wichtig ist, die Naht zu verriegeln, damit der Schlitz später nicht aufreißt. Dann wird die Nahtzugabe auseinandergebügelt und der Schlitz befestigt. Wer ein wenig mehr Zeit hat, sollte den Schlitz mit einem Blindstich festnähen. Ich habe an dieser Stelle gepfuscht und ihn provisorisch mit Wondertape befestigt und das ganze später mit dem Blindstich der Nähmaschine haltbar gemacht.

3) Damit der Rock am Po eine schöne Rundung bekommt, habe ich hier mit zwei Abnähern gearbeitet. Dazu einfach jeweils ca. 5-7 cm neben der hinteren Mitte (Naht) einen etwa 3 cm breiten und 15 cm langen Abnäher abstecken und auslaufend abnähen. (Nicht vergessen, die Enden zu verknoten)

4) Nun wird am Körper weitergemacht (oder an der Puppe, wenn du eine mit den richtigen Maßen hast).
Linksherum anziehen, vorn zwei Kellerfalten legen, und diese mit Nadeln oder Stoffclips feststecken. Lass hier am besten je nach Dehnbarkeit des Stoffes ca. eine Handbreit Platz, damit du später bequem in den Rock steigen kannst.

5) Die Kellerfalten werden mit einem langen Stich (z.B. Stichlänge 5) zusammengeheftet, damit beim Säumen nichts verrutscht.

6) Die komplette obere Kante des Rockes habe ich dann mit der Overlock versäubert, ca. 2,5 cm umgeschlagen und dann mit einem elastischen Stich gesäumt.

7) Um das Gummiband einziehen zu können solltest du an dieser Stelle eine kleine Öffnung von ca. 2-5 cm lassen.

8) Jetzt nur noch die Sicherheitsnadel ans Gummiband geklemmt, durch den Saum gezogen und du bist fast fertig.

9) Die offene Stelle am Bundsaum muss natürlich noch geschlossen werden. Wer lieber eine durchgehende Naht hat, kann bei Schritt 1) nach dem ersten Zentimeter eine Verriegelungsnaht setzen, eine kleine Öffnung lassen und dann erst den Ring schließen.

Optional kann der Rock je nach Material noch gesäumt werden. Ich konnte mir dies bei diesem Material zum Glück sparen, da es nicht ausfranst.
Eine halbe Stunde später war ich fertig, sodass noch genug Zeit für Haare und Make Up blieb. Punktlandung würde ich sagen. So knapp hab ich noch nie ein Outfit genäht!
Top

Schnitt: Basic Top von Hilli Hiltrud
Stoff: eigenes Design auf Cotton Spandex Jersey von Spoonflower

Socken

Schnitt: Ringelprinz(essin) von Hilli Hiltrud
Stoff: eigenes Design auf Cotton Spandex Jersey von Spoonflower

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wof – Woman on Fire

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