Strickstoff nähen – 13 Tipps und Tricks

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Strickstoff nähen – 13 Tipps und Tricks

Der Herbst naht und besonders zu dieser Jahreszeit bin ich absoluter Fan von Strickpullis. Ich liebe die Struktur, die Muster, das kuschelige Gefühl… wenn da nur nicht meine Ungeduld wäre. Bisher hat es stricktechnisch nur für einen Schal und eine Mütze gereicht.

Für diesen Herbst / Winter habe ich mir vorgenommen meine liebe Kollegin Nina ab und an in ihrem Lädchen zu besuchen und mich nochmal ans Stricken zu wagen. Mit ein bisschen Hilfe und vor allem Unterhaltung kann ich die Ungeduld vielleicht austricksen. Und bis nähe ich mir Strickwaren einfach.

In diesem Fall habe ich einen wunderschönen olivfarbenen Strickstoff von Milliblus zugesendet bekommen, den ich zu einem schönen Strickpulli und ein Paar Stricksocken vernäht habe. Da aber besonders das Nähen von gröberen Strickstoffen so wie diesem hier ein paar Tücken mit sich bringt, habe ich mich einmal rangesetzt und alle meine Tipps und Tricks zum Nähen von Strickstoffen notiert.

Strickstoff nähen – 13 Tipps und Tricks

1. Strickstoff vorwaschen und liegend trocknen lassen

Du dachtest, es geht hier ums Vernähen und nicht ums Waschen? Stimmt, aber das Vorwaschen und liegend trocknen von (groben) Strickstoffen ist ein wertvoller Tipp, der dir das Zuschneiden und spätere Nähen immens erleichtert. Vor allem aber hast du auch nach dem ersten Tragen und Waschen noch richtig lange was von deinem genähten Strickpullover. Oft ist es nämlich so, dass Stoffe beim Waschen einlaufen. Gerade bei Strickstoffen, die einen Wollanteil haben, kann es sein, dass der Strickstoff bis zu 10% einläuft. Wenn das erst nach dem Nähen passiert wäre das sehr schade. Wasche deinen Stoff also am besten (im Wäschesack auf Handwäsche oder Wollwaschgang mit Wollwaschmittel) vor dem Vernähen und lege ihn dann zum Trocknen aus. Durch das Gewicht des Strickstoffes passiert es sonst nämlich schnell, dass sich dieser beim Trocknen herunterzieht und damit verzieht.

2. Gewichte nutzen beim Zuschnitt von Strickstoffen

Wenn der Stoff trocken ist und zugeschnitten werden kann, solltest du ihn ungedehnt und ohne Spannung auf die Zuschneidematte (wenn du eine hast) legen. Im besten Fall lässt du ihn vor dem Zuschnitt noch ein wenig ruhen, damit er in seine Form zurückkommen kann. In der Zeit kannst du super deine nötigen Materialen zusammensuchen. Fixiere dein Schnittmuster mit Stoffgewichten, damit du den Stoff nicht anheben musst und er damit Gefahr läuft sich wieder zu verziehen. Es müssen nicht zwingen Stoffgewichte sein, ich nehme dafür z.B. immer Hantelscheiben, meinen Tesa-Abroller oder einen Türstopper.

3. Strickstoffe mit einem scharfen Rollschneider zuschneiden

Ein wirklich tolles Werkzeug, was bei mir fast jedes Mal zum Einsatz kommt, ist mein Rollschneider. Ganz besonders wenn es um Strickstoffe geht. Denn dadurch, dass ich mit dem Rollschneider einfach über den Stoff gleiten kann, ohne ihn anheben zu müssen, kann ich exakt arbeiten.

4. Stickstoff markieren

Da das Markieren mit eine normalen Schneiderkreide auf Strickstoff wirklich nur sehr bescheiden funktioniert (oder genauergesagt, gar nicht), verwende einen Stoffmarkierer, der sich ohne Druck anwenden lässt. Gut gehen zum Beispiel Zauberstifte oder Kreiderädchen. Falls du nichts davon zur Hand hast, geht natürlich auch die klassische Markierung mit einer Stecknadel.

5. Kanten mit Nahtband oder Sprühstärke vorbereiten

Bis zum Zuschnitt haben wir es schon geschafft, dem Strickstoff, der sich so gern verziehen möchte, ein Schnippchen zu schlagen. Jetzt müssen wir ihn aber in die Hand nehmen und verarbeiten. Um ein Aufribbeln der Kanten zu vermeiden, kannst du nach dem Zuschnitt einfach Nahtband auf die Kanten kleben/bügeln. Super geht auch Sprühstärke, die du einfach auf die Ränder sprühst. Diese muss dann ein paar Minuten trocknen. (Wieder ein kleines Zeitfenster, was zum Organisieren des Arbeitsplatzes oder für ein kleines Motivations-Käffchen genutzt werden kann.)
Die Kanten deines Schnittteils sind nach dem Vorbereiten mit Nahtband oder Sprühstärke etwas fester und lassen sich viel einfacher verarbeiten.

6. Vorsicht mit dem Bügeleisen

Stell dein Bügeleisen nicht zu heiß und lass es nur ganz leicht über den Strickstoff gleiten. Sonst kann es passieren, dass der Stoff beult oder Abdrücke des Bügeleisens entstehen, da die Hitze die Fasern platt drücken.
Grundsätzlich reicht es sogar schon aus, wenn du den Strickstoff nur bedampfst und das Eisen gar nicht erst aufsetzst.

7. Nähfußdruck verringern

Wenn du an deiner Nähmaschine die Möglichkeit hast, den Nähfußdruck zu regulieren, verringere ihn etwas. Nimm am besten ein Probestück und probiere aus, welche Einstellung am besten ist. Das siehst du daran, dass die Naht sich glatt legt und der Faden im Stoff versinkt.

8. Das richtige Garn verwenden

Wie bei sehr vielen Stoffarten, eignen sich auch hier Polyester-Garne am besten. Im Optimalfall ist es fein und eine winzige Nuance dunkler als der Stoff, damit es kaum auffällt und der Pullover fast wie gestrickt wirkt.

9. Die richtige Nadel für Strickstoff verwenden

Achte unbedingt darauf eine Rundkopfnadel (Ball-Point-Nadeln) zu verwenden.
Wie der Name schon sagt, haben diese Nähmaschinennadeln einen runden Kopf, der beim Nähen durch das Maschengewebe gleitet und den Stoff nicht zerstört.
Von der Firma Schmetz sind sie als Jerseynadeln bekannt.

10. Back- oder Küchenpapier für den Nahtanfang

Tipp 10 und es darf endlich genäht werden. Damit sich der Strickstoff nicht in die Stichplatte zieht und der Anfang der Naht gelingt lege einfach ein kleines Stück Backpapier oder Küchenpapier und die ersten paar Zentimeter. Dies kannst du dann einfach nach dem Nähen abreißen.

11. Kantenversäuberung mit einem Zickzack- oder Overlockstich

Damit du lange Freude an deinem Strick-Näh-Projekt hast, versäubere die Kanten mit einem Zickzack- oder Overlockstich. So kann beim Waschen nichts mehr aufribbeln.

12. Mittellanger Stich für Strickstoffe

Wähle zum Zusammennähen der Schnittteile eine Stichlänge von ca. 3,5 mm. Grundsätzlich gilt natürlich immer: Probiere alle Einstellungen zuerst an einem Probestück aus, um zu schauen, ob das Stichbild auch so ist, wie du es gern hättest.

13. Wunderwaffe Overlock

Wenn du eine Overlock besitzt, nähe Strickstoffe unbedingt mit dieser statt mit deiner normalen Nähmaschine. Mit dem Differentialtransport wird der Stoff deutlich besser transportiert und lässt sich viel einfacher nähen.

Zusammenfassung

1. Wasche den Strickstoff vor und lasse ihn liegend trocknen
2. Nutze Gewichte beim Zuschnitt von Strickstoffen
3. Schneide Strickstoffe mit einem scharfen Rollschneider zu
4. Markiere Stickstoffe mit einem Zauberstift oder Kreiderad
5. Bereite die Kanten vor dem Nähen mit Nahtband oder Sprühstärke vor
6. Sei vorsichtig mit dem Bügeleisen – dämpfen reicht meist schon aus
7. Verringere den Nähfußdruck
8. Verwende ein feines Polyestergarn
9. Verwende eine Jerseynadel der Stärke 90
10. Lege Back- oder Küchenpapier unter den Stoff
11. Versäubere die Kanten mit einem Zickzack- oder Overlockstich
12. Wähle einen mittellangen Stich von ca. 3,5 für Strickstoffe
13. Nähe wenn du kannst dein Strick-Näh-Projekt mit der Overlock

Ein paar Tricks habe ich übrigens aus dem Buch “Schöner nähen mit Profitechniken” vom Stiebner-Verlag. Extrem empfehlenswert!

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4 Kommentare
  • Doris
    Antworten
    25. Oktober 2018

    Ich habe versucht, aus einem ganz dünnen Strickstoff eine Jacke zu nähen. Gleich nach dem Zuschneiden habe ich den Stoff angehoben und schon war er ausgeleiert und mindestens drei Konfektionsgrößen größer. Ich habe alles weggeworfen, da ließ sich nichts mehr machen. Seitdem meide ich diese Stoffmarkt, obwohl ich sie sooo schön finde.
    Dein Tipp lässt mich nun überlegen, ob ichs noch mal versuche….

  • 13. September 2018

    Was für ein wunderschöner Stoff, da braucht man wirklich nicht mehr stricken, schade, dass er ganz aus Kunstfaser ist. Das aranmuster ist toll und die Farbe auch. Danke für all die Tipps. LG Anja

  • Madeleine
    Antworten
    13. September 2018

    Toller Post, lieben Dank für die Tipps… Liebe Grüße aus Berlin, Madeleine

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