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Walklodenmantel zum Brautkleid im Herbstwald. Wollwalk Brautmantel passend zum Hochzeitskleid.

Tipps und Tricks zum Nähen mit Wollwalk

Ich habe geheiratet. Wuummms, gleich mal mit der Tür ins Haus gefallen. Bei einer Hochzeit Anfang November, mitten im Herbst, gehört zum Brautoutfit selbstverständlich ein Mantel dazu.
Einfach, edel, chic zum Kleid, aber auch alltagstauglich sollte er sein. Gerade in der Herbstzeit sind Mäntel aus Wollwalk die perfekten Übergangsjacken. Das Material ist ziemlich winddicht, wasserabweisend, knittert nicht und hält schön warm, ohne groß aufzutragen. Vor allem ist es aber auch sehr einfach zu verarbeiten, was ich neben der Herstellung eines Brautkleides, einer Herrenweste und Fliege und diversen anderen Hochzeitsvorbereitungen sehr attraktiv fand. Kombiniert mit einem schlichten Schnitt, wie dem Mantel aus der burda easy, konnte gar nichts mehr schief gehen. Da ich den Mantel so liebe und vor allem von dem Material so begeistert bin habe ich euch mal ein paar Tipps und Tricks, aber auch ein paar Daten und Fakten zum Thema Wollwalk zusammengetragen.

Was ist Wollwalk oder auch Walkloden überhaupt?

Wollwalk besteht meist aus reiner Wolle (oft Schafwolle). Inzwischen gibt es natürlich auch synthetischen Wollwalk oder Mischungen aus verschiedenen Materialien.
Bei der Herstellung von Walkloden werden gewobene oder gestrickte Stoffe durch Walken (Rubbeln, drücken, kneten) in einem warmen Wasserbad künstlich verfilzt. Durch den Einfluss der Wärme und des Wassers bricht die Schuppenstruktur von Wolle auf und die aneinanderliegenden Fasern haken ineinander. Da sich dabei die einzelnen Wollfasern zusammenziehen läuft der Stoff um bis zu 40% ein. (Wer kennt sie nicht, die wunderbaren Walklodenhausschuhe zum selber machen, wobei man die Schuhe in gefühlt doppelter Größe strickt und sie dann walkt und auf die richtige Größe zusammenfilzt?!)

Was ist Wollwalk oder auch Walkloden überhaupt?

100% Wollwalk in olivgrün

Eigenschaften von Wollwalk

Wollwalk ist quasi ein Wundermaterial. Durch das Zusammenziehen der Wollfasern werden ganz viele Luftkammern eingeschlossen, die später als Puffer gegen Kälte (und Hitze) dienen. Perfekte Temperaturregulierung also. Durch die Materialverdichtung perlen Wassertropfen einfach an der Stoffoberfläche ab. Übrigens kann Schafwolle bis zu 60% des Eigengewichts an Wasser aufnehmen ohne sich nass anzufühlen. Krass, oder? Daher sind oft auch Stoffwindelüberhosen aus Walkloden, mal so als kleiner Hink, falls sich hier (werdende) Mütter tummeln.
Wie oben schon erwähnt, ist Wollwalk durch seine Verarbeitung also winddicht und wasserabweisend. Zudem knittert er nicht, hält schön warm und ist ziemlich strapazierfähig. Super ist auch, dass Wollwalk sehr langlebig und pflegeleicht ist. Und das Schönste: Es ist sehr sehr leicht zu verarbeiten.

Walkloden waschen

Walkstoffe sollten mit einem schonenden Wollwaschmittel am besten mit der Hand gewaschen werden. Wollwalk sollte beim Waschen weder gedrückt, gerieben oder gewrungen werden. In der Maschine kann man den Wollwaschgang verwenden, sofern vorhanden oder den Handwaschgang. Aber bitte das Schleudern komplett weglassen! Und auch in den Trockner sollte Walkloden niemals. Nach dem Waschen wird der Walk zum Trocknen am besten einfach nur auf ein Handtuch gelegt. Es verhält sich beim Waschen mit Walkloden ähnlich wie mit Strick, zu dem ich euch erst vor kurzem 13 Tipps und Tricks mit an die Hand gegeben habe.

Wollwalk nur mit sehr scharfen Werkzeugen zuschneiden

Da Wollwalk eine gewisse Dicke mit sich bringt, sollten deine Zuschneidewerkzeuge sehr scharf sein. Ein wirklich tolles Werkzeug, was bei mir sehr oft zum Einsatz kommt, ist mein Rollschneider. Denn dadurch, dass ich mit dem Rollschneider einfach über den Stoff gleiten kann, ohne ihn anheben zu müssen, kann ich exakt arbeiten. Aber für manche Stellen, wie kleinere Rundungen ist eine scharfe Schere manchmal die bessere Wahl.

Wollwalk zuschneiden mit Stoffschere

Walk markieren

Um Walk zu markieren eignet sich besonders gut ein Kreiderädchen. Je nach Farbe des Stoffes funktionieren natürlich auch andere Stoffmarkierer wie z.B. ein Zauberstift. Falls du nichts davon zur Hand hast, geht natürlich auch die klassische Markierung mit einer Stecknadel.

Walkloden bügeln

Da Wollwalk wie oben schon erwähnt sehr knitterarm ist und eigentlich nie gebügelt werden muss, hatte ich erst überlegt diesen Punkt komplett wegzulassen. Der Vollständigkeit halber aber sei gesagt, dass Wollwalk am besten von links unter einem feuchten Tuch gebügelt wird.

Walkloden versäubern?

Muss nicht sein. Denn wie oben versprochen kommt fängt hier jetzt der einfache Part an. Die Kanten von Walkstoffen müsse nicht versäubert werden. Ganz im Gegenteil kann man sie sogar offen als Gestaltungselement zeigen, zum Beispiel, wenn man die Kanten mit einer Zickzackschere oder einem Wellenblatt geschnitten hat.

Zickzackschere zum Zuschneiden von Wollwalk

Das richtige Garn

Wie bei sehr vielen Stoffarten, eignen sich auch hier Polyester-Garne am besten.

Die richtige Nadel für Wollstoffe verwenden

Nimm zum Nähen für Walkstoffe am besten eine Rundkopfnadel (Ball-Point-Nadeln).
Wie der Name schon sagt, haben diese Nähmaschinennadeln einen runden Kopf, der beim Nähen durch das ursprüngliche Maschengewebe gleitet.
Von der Firma Schmetz sind sie als Jerseynadeln bekannt. Theoretisch kannst du auch Universalnadeln verwenden, jedoch nutzen diese sich sehr schnell ab und sind stumpf und lassen sich nicht mehr gut für andere Nähprojekte gebrauchen.

Nutze einen Höhenausgleich

Um einen schönen gleichmäßigen Nahtanfang zu erhalten solltest du unbedingt etwas zum Höhenausgleich unter dein Füßchen legen, da dieses sonst nach hinten kippt. Dafür kannst du zum Beispiel den 3D-gedruckten Höhenausgleich von Schnittenliebe verwenden. Natürlich geht aber auch ein Stückchen Pappe oder Stoff in der gleichen Höhe.

Stoffklammern statt Stecknadeln

Da Wollwalk durch seine Voluminösität bei mehreren Stofflagen nur noch schwer mit Stecknadeln zusammenzustecken ist, kannst du dir mit Stoffklammern behelfen. Mit diesen sind die Schnittteile total schnell fixiert und lassen sich gut weiterverarbeiten.

Natürlich gibt es sicher noch viel viel mehr Tipps und Tricks zum Nähen mit Wollwalk. Falls dir noch etwas einfällt, was ich hier nicht aufgeführt habe, freu ich mich riesig wenn du unsere Community bereicherst und deine Tipps und Erfahrung in die Kommentare schreibst!

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31 Idee über “Tipps und Tricks zum Nähen mit Wollwalk

  1. Anja sagt:

    Hallo, danke für die guten Tipps zum Wollwalk. Ich versuche mich tatsächlich auch gerade an diesem Mantel und stolpere aber bei der Anleitung immer wieder über diese Besätze. Hast du deinen Mantel mit Besatz genäht? Ist das bei Wollwalk wirklich notwendig? Und die Saumzugaben, kann man bei Wollwalk ja quasi dann auch weglassen, oder? Ich wäre für deine Tipps sehr dankbar.

    • Henrike sagt:

      Hey liebe Anja, ja, meinen Mantel habe ich mit Besatz genäht. Es ist aber nicht zwingend nötig, da Wollwalk nicht ausfranst. Wenn du deinen Mantel ohne zu versäumen nähst, kannst du die Saumzugaben natürlich weglassen 🙂
      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Liebsten Gruß,
      Henrike

  2. Hannah sagt:

    Hallo, kann man aus Walk einen Hoodie nach einem normalen Schnittmuster nähen oder spricht etwas dagegen (Dehnbarkeit o.ä.)?
    Beste Grüße

    • Henrike sagt:

      Hallo liebe Hannah,
      das kann ich nicht empfehlen, da wie du schon sagst, die Dehnbarkeit, bzw. Nicht-Dehnbarkeit des Walks zum Problem werden könnte.
      Liebe Grüße,
      Henrike

    • Max sagt:

      Hallo Hannah!

      Ich habe mit den Pulli „Tony“ von Pattydoo aus Walk genäht und das ging problemlos dank der hier erwähnten Tipps!
      Ich würde dir nur raten eine Nummer größer zu nähen, aufgrund der schon erwähnten fehlenden Dehnbarkeit.

      Hoffe das hilft dir weiter,

      lieben Gruß

      Max

  3. Birgit sagt:

    Hallo und Hilfe…
    Weiß mir jemand Rat, warum der Oberfaden beim Nähen von Wollwalk immer wieder Schlaufen nach unten zieht? Angeblich soll das Nähen doch so problemlos einfach sein…
    Ich habe immer mit Geradstich genäht und mit der Oberfadenspannung, dem Fußdruck, der Stichgröße, mit Obertransportfuß und ohne experimentiert und zig Mal Oberfaden und Spule neu eingesetzt. Mal gelingt eine Probenaht, dann denke ich, jetzt habe ichs raus – und plötzlich habe ich wieder Fadenchaos. Die gesamte Nahtlänge, nicht nur an Anfang oder Ende. Eine Vergleichsnaht auf allerdings dünnerem Baumwollstoff gelingt problemlos Habe eine nagelneue Janome 230 dc.
    MfG, Birgit

  4. Bettina sagt:

    Hallo, brauche ich einen Obertransportfuß, wie muss ich den Fußdruck regulieren und welcher Stich eignet sich am besten?
    Danke und freundlichen Gruß, Bettina

    • Henrike sagt:

      Hallo Bettina,
      nein, du brauchst nicht zwingend einen Obertransportfuß. Mit dem Nähfüßchendruck würde ich dir empfehlen, da einfach ein paar Proben zu machen, da es zum einen von der Nähmaschine, als auch von der Stoffdicke abhängt.
      Du kannst einen einfachen Geradstich verwenden und zum Versäubern einen Zickzack- oder Overlockstich. Da Wollwalk nicht ausfranst reicht es aber auch, wenn du die Kanten einfach ordentlich abschneidest und gar nicht versäuberst 🙂
      Liebste Grüße,
      Henrike

  5. Katrin sagt:

    Hallo 🙂 muss man gekochte Wolle chemisch Reinigen? Hersteller sag nur Trockenreinigung… Darf ich trotzdem per Händewaschen waschen?
    Falls dann- zieht das Material beim jedem waschen ein? Oder nur beim ersten waschen?

  6. Karin sagt:

    Hallo, vielen Dank für die Tipps. Meine Frage: Kann ich den Wollwalk nach dem Waschen wieder in Form ziehen? Habe mein Stück Stoff gerade gewaschen im Wollwaschgang/kalt und er ist genau 20% eingelaufen. Ich brauche aber diese 20% noch für mein Projekt. Hat es irgendeine Beeinträchtigung, wenn ich es also in Form bringe und es wieder in die Länge ziehe?
    Viele Grüße

    • Henrike sagt:

      Hallo liebe Karin,
      meiner Erfahrung nach, wird es sich spätestens nach dem Waschen immer wieder in diese verkleinerte Größe ziehen. Schau doch mal, ob du ggf. das fehlende Stück „anstückeln“ kannst, sodass es mit dem Schnitt zusammenpasst.
      Liebe Grüße,
      Henrike

  7. Lara sagt:

    Hallo,
    mehr kann man wohl zum Vernähen von Walk nicht sagen. Danke für diese tolle Zusammenstellung. Ich selbst nähe schon sehr lange und sehr viel mit Walk, habe hier aber trotzdem noch einiges gelernt. Das werde ich beim nächsten Mal gleich umsetzen.

    Grüße
    Lara

  8. Sina sagt:

    Hallo 🙂
    Auch ich habe eine frage. Möchte zwei walkhosen für meine zwillinge nähen und finde nicht so wirklich ein schnittmuster,bzw. Sind alle schnittmuster für jerseystoffe. Muss ich da irgendwas beachten? Oder kann ich dieses Schnittmuster nehmen???
    Liebe Grüße:)

    • hillihiltrud sagt:

      Hey liebe Sina,
      es kommt drauf an, ob der Walkstoff dehnbar ist. Auch kommt es auf den Schnitt an – ist er eher weit oder schmal geschnitten. Den Alltags-Helden zum Beispiel könntest du gut aus Walk nähen, allerdings würde ich empfehlen, eine bis zwei Nummern größer zu nähen und im Nachhinein gegebenenfalls zu kürzen.
      Liebsten Gruß,
      Henrike

  9. Vivian sagt:

    Guten Tag,
    welche Nadelstärke (Jerseynadel) kann ich beim vernähen von walk nehmen?
    Ich habe den Anzug für mein Kind soweit fertig, wollte jetzt ein Schrägband annähen (Steht so in der Anleitung) und dann einen Reißerschluss mit einnähen, aber leider funktioniert das nicht so. 🙁
    Kannst du mir auch einen tipp geben, wie das Schrägband nicht mehr weg rutscht vom Walk?

    Vielen Dank

    • hillihiltrud sagt:

      Hey liebe Vivian,
      für Walk würde ich dir eine Nadelstärke von 70-90 empfehlen. Damit das Schrägband nicht wegrutscht, kannst du es entweder mit Stecknadeln sichern oder Wondertape zur Hilfe nehmen.
      Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte. Gib doch mal Bescheid, ob alles geklappt hat 🙂
      Liebsten Gruß,
      Henrike

    • hillihiltrud sagt:

      Hey Peter,
      nein, grundsätzlich musst du das nicht. Wenn allerdings eine besondere Belastung auf den Knöpfen oder Knopflöchern liegt, dann ist es aber auf jeden Fall ratsam!
      Liebste Grüße,
      Henrike

  10. Rike sagt:

    Hey, vielen Dank für deine tollen Erklärung zum Thema. Eine Frage hätte ich noch: Wollwalk aus 100% Wolle ist immer so kratzig. Was kann ich machen, damit der Stoff ein bisschen „geschmeidiger“ wird? Projekt soll ein Babyoverall werden und Babyhaut ist ja bekanntlich empfindlich.

    Danke schon mal für deine Hilfe.
    Liebe Grüße, Rike

    • Kristina sagt:

      Hallo Rike, ich würde dir raten nach dem nähen (nicht vorher, sonst versaust du dir die Nähmaschine) ein Lanolinbad zu machen. Durch das Lanolin wird die Wolle etwas weicher und kann Wasser besser abhalten.

      • Diana sagt:

        Hallo, danke für den Tipp mitdem Lanolinbad für Babykleidung! Ich bin nun hin und her gerissen, da ich auf einer anderen Website gelesen habe, dass man vor dem nähen den Stoff waschen sollte (wollprogramm oder handwäsche) und anschließend noch nass ins lanolinbad für 12 Stunden. Danach wie durch dich beschrieben auf ein Handtuch legen und trocknen lassen….
        Ich bin jetzt unschlüssig wann das lanolinbad kommen muss…. Vor Oder nach dem nähen? Ich möchte einen overall aus walk für Babys nähen, der innen komplett gefüttert ist mit Jersey. Bin etwas skeptisch, da ich gelesen habe dass man das lanolinbad mit jersey nicht mehr machen soll, da der jersey sonst „speckig“ wird…. Gruß diana

        • Henrike sagt:

          Hallo liebe Diana,
          wenn du den Anzug mit Jersey füttern willst, mach unbedingt vorher ein Lanolinbad! Ansonsten wird der Jersey, wie du schon sagst, speckig und das wäre total schade! Viel Spaß beim Umsetzen 🙂
          Liebste Grüße,
          Henrike

  11. Sarah sagt:

    Moin hilli hiltrud, ich hätte da eine Frage zum vernähen von walk. Ich möchte meiner Tochter einen Herbstmantel nähen und bin mir unsicher, ob ich für das Innenfutter Jersey oder Baumwollstoff nehmen soll. Was läßt sich besser verarbeiten?

    Danke für deine Hilfe
    Lieben Gruß Sarah

    • hillihiltrud sagt:

      Hey liebe Sarah,
      du kannst auf jeden Fall beides nehmen. Da Wollwalk nicht wirklich dehnbar, solltest du aber vor allem bei der Verarbeitung mit Jersey darauf achten, dass sich dieser nicht dehnt beim Nähen. Ich bin gespannt wofür du dich entscheidest! Solltest du dein Ergebnis bei Instagram oder Facebook posten, verlink mich doch gern, damit ich mal einen Blick drauf werfen kann 🙂
      Liebsten Gruß,
      Henrike

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